Wir über uns

Direkt am Fuße des Erzgebirges, zwischen Zwickau und Schneeberg, liegt, eingebettet in einem grünen Tal, unsere etwa 10 000 Seelen zählende Stadt Wilkau-Haßlau.
Wie der Doppelname bereits erahnen lässt, besteht unsere Stadt aus zwei Ortsteilen, Wilkau und Haßlau. Diese beiden Orte trennt oder besser verbindet der schnellste Fluss Europas, die Zwickauer Mulde. Während die Zeiten, in denen mächtige Baumstämme aus dem Erzgebirge in den Fluten geflößt wurden und das Wasser zahlreiche Mühlen entlang des Ufers antrieb, längst der Vergangenheit anheim gefallen sind, prägt der Fluss, Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen, bis zum heutigen Tage das Leben der Menschen - unser Leben. Die meiste Zeit fließt die Mulde beschaulich in ihrem Bett durch die grüne Auenlandschaft des Vorerzgebirges. Doch der Fluss kann auch anders, wie die Ereignisse des Jahrhunderthochwassers von 2002 belegen. Nicht umsonst leitet sich das Wort Mulde von Milda her, was, Namensforschern zufolge, die "Wasserreiche" bedeutet. Und wasserreich war der Fluss in der Tat, wasserreich und sehr entgegenkommend – bis in unsere Häuser. Wobei, bei genauerem Betrachten, die Mulde an sich gar nicht der eigentliche Übeltäter war, sondern vielmehr das rückgestaute Wasser der angrenzenden Berghänge. Dieses flutete die Keller und Erdgeschosse der anliegenden Häuser.

Wir, die Initiatoren der Bürgerinitiative, waren also die Direktbetroffenen des Hochwassers. Gerade aus diesem Grund liegt uns ein sinnvoller und nachhaltiger Hochwasserschutz besonders am Herzen.
Kann uns eine Hochwassermauer, wie sie von der Landestalsperrenverwaltung in Auftrag gegeben wurde, diesen Schutz bieten? Auf den ersten Blick vielleicht. Doch was ist beim genaueren Hinsehen?
Wiegen wir pro und contra gegeneinander auf, so steht auf der Pro-Seite der fragliche Hochwasserschutz und auf der Contra- Seite eine Betonmauer, die unsere Muldenaue zerstört, die eine mögliche Erhöhung der Schadstoffemission entlang der B93 verbunden mit einer Anhebung des Lärmpegels verursacht, die das Abholzen der schönen Baumallee entlang der Straße nötig macht und, als vorrangigstes Problem, die den Abfluss des Hangwassers von den Bergstraßen, den zahlreichen unterirdischen Brunnen, Wasseradern und Wassergräben behindert.
Des Weiteren stellt sich die Frage nach möglichen, umweltverträglichen Alternativen zum geplanten Mauerbau.
Trotz aller Einwände wurden unsere Bedenken diesbezüglich von Seiten der LTV als nichtig abgetan. Ohne dass die LTV je Stellung zu unseren Einwänden genommen hat, soll der Bau des Betonwalls ungehindert vorangetrieben werden. Das wollen und dürfen wir, die Betroffenen, nicht einfach so hinnehmen.

Um unser Eigentum zu schützen und auch noch unseren Kindern ein schönes und wohnenswertes Wilkau-Haßlau bieten zu können, haben wir am 25.08.2011 die Initiative für bürgerfreundlichen umweltbewussten Hochwasserschutz in Wilkau-Haßlau ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es das Gespräch mit den verantwortlichen Behörden zu suchen und im gemeinsamen Miteinander eine, für alle Parten zuträgliche, Lösung des Hochwasserproblems, unter Berücksichtigung aller umweltspezifischen Gegebenheiten, zu erarbeiten.

Uns geht es nicht darum gegen etwas zu sein, sondern für etwas - für einen bürgerfreundlichen und umweltbewussten Hochwasserschutz in Wilkau-Haßlau.